« Zur Artikelübersicht | 08.09.10 | Beitrag drucken Beitrag drucken

Beliebte Outdoor Module: Jakobsleiter

Jakobsleiter

Jakobsleiter


Die Jakobsleiter kann zur Förderung verschiedener Lernziele eingesetzt werden: Es dient sowohl dem Vertrauensaufbau und der Kooperation in der Gruppe, als auch der Förderung der Motivation und des Selbstbewusstseins derjenigen, die die Jakobsleiter hinaufklettern, aber auch der Gruppenmitglieder, die diese vom Boden aus sichern.

Die Jakobsleiter besteht aus mindestens fünf Balken, die im Abstand von 1,40 m bis über 2 m rechts und links an zwei Drahtseilen befestigt und horizontal aufgehängt sind. Zwei oder drei Teammitglieder haben die Aufgabe, die Jakobsleiter heraufzuklettern, während sie von den übrigen Teammitgliedern gesichert werden. Dies können die Kletternden nur schaffen, wenn sie sich gegenseitig helfen.

Instruktion durch den Outdoor Trainer

“An diesem Outdoor Modul, das Jakobsleiter oder Himmelsleiter heißt, sollen nun zwei oder drei Teammitglieder gemeinsam hinaufklettern. Ziel ist es, dass alle die obere Sprosse erreichen und sich dort auf den Balken setzen. Die Kletternden dürfen sich gegenseitig helfen, sie dürfen dabei aber nicht die Drahtseile berühren, an denen die Jakobsleiter aufgehängt ist. Jeder Kletternde wird von einem aus drei weiteren Teamkollegen bestehenden Sicherungsteam über ein am Klettergurt befestigtes Top-Rope gesichert. Das Sicherungsteam wird vom Trainer des Parcours speziell eingewiesen.

Bitte sprechen Sie sich nun ab, wer von Ihnen klettern und wer sichern möchte, und wie Sie die Jakobsleiter hinaufklettern wollen. Wie Sie sehen, kann dies nur gelingen, wenn Sie sich gut untereinander absprechen und sich die Kletternden gegenseitig helfen, indem sie sich hochziehen, abstützen oder auf andere Art Hilfestellung geben. Sobald die Sicherungsteams eingewiesen sind und die Klettergurte und Sicherungsseile der Kletterer nochmals überprüft wurden, kann es sofort losgehen.”

Einige Beobachtungstipps für den Trainer

  • Welche Teammitglieder werden ausgewählt oder melden sich freiwillig als Kletternde?
  • Wie werden die Sicherungsteams zusammen gestellt?
  • Haben die Kletternden vorher eine Strategie abgesprochen, wie sie die Jakobsleiter hinaufsteigen wollen?
  • Wie sprechen sich die Kletterer untereinander ab?
  • Auf welche Weise unterstützen sich die Kletternden gegenseitig?
  • Können die Kletterer beim Emporklettern so vorgehen, wie sie es geplant haben oder müssen sie beim Aufstieg ihre Vorgehensweise verändern?
  • Wie sprechen die Kletternden sich mit den Mitgliedern der Sicherungsteams ab?
  • Reagieren die Teammitglieder der Sicherungsteams angemessen auf die jeweilige Situation der Kletternden?
  • Wie verhalten sich die Kletterer auf der letzten Sprosse der Jakobsleiter?
  • Gelingt es allen Kletternden, sich auf dem obersten Balken der Leiter hinzusetzen und wie setzen sie sich hin?
  • Auf welche Weise kommen die Kletterer nach Erreichen der letzten Sprosse wieder zurück auf den Boden?
  • Wie ist die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern?

 

Einige der möglichen Lernziele

 

Reflexion / Transfer

Nach der Rückkehr aller Kletternden auf festen Boden erfolgt die Reflexion. Als Outdoor Trainer können Sie nun folgende Fragen stellen:

Offene Einstiegsfragen
  • Wie beurteilen Sie den Schwierigkeitsgrad der Jakobsleiter? War dieses Modul für Sie eher leicht, mittelschwer oder schwer zu bewältigen?
  • Was war leichter, was schwieriger für Sie umzusetzen?
Konkrete Nachfragen zur Reflexion in Bezug auf die Beobachtung durch den Trainer
  • Auf welche Weise erfolgte die Auswahl der Kletterer?
  • Welche Kriterien spielten bei der Auswahl eine Rolle?
  • Wie wurden über die Zusammensetzung der Sicherungsteams entschieden?
  • Was war für Sie wichtig bei der Zusammenstellung der Sicherungsteams?
  • Haben Sie als gesamtes Team vor Beginn der Übung besprochen, wie die Aufgabe am besten bewältigt werden kann?
  • Oder haben sich jeweils die Kletternden und die Sicherungsteams untereinander eine Strategie überlegt?
  • Wie verlief die Kommunikation der Kletterer untereinander?
  • Wie haben Sie sich gegenseitig beim Aufstieg unterstützt?
  • Wie hätten Sie sich noch besser gegenseitig helfen können?
  • Konnten Sie in der geplanten Vorgehensweise die Jakobsleiter hinaufklettern oder mussten Sie diese verändern, weil es nicht so funktionierte, wie Sie gedacht hatten?
  • Hat Sie dies geärgert oder zählte im Nachhinein nur, dass es dann eben auf andere Weise ging?
  • Wie klappte die Kommunikation zwischen den Kletternden und den Sicherungsteams?
  • Konnten die Mitglieder der Sicherungsteams die Kletternden gut unterstützen?
  • Welche Art der Unterstützung durch die Sicherungsteams war für Sie hilfreich?
  • Fühlten Sie als Mitglieder der Sicherungsteams sich der Verantwortung gewachsen, die Sie für die Sicherheit Ihrer Teamkollegen auf der Jakobsleiter trugen?
  • Wie kamen Sie mit Ihrer Aufgabe im Sicherungsteam zurecht?
  • Klappte aus Ihrer Sicht die Kommunikation zwischen Ihnen und den Kletternden?
  • Konnten Sie die Kletterer gut unterstützen?
  • Was haben Sie als Mitglieder des Sicherungsteams empfunden, als Sie gefordert waren, um den abgerutschten Kletternden mit dem Sicherungsseil zu halten?
  • Wie ging es dem jeweiligen Kletternden in dieser Situation?
  • Wie fühlten Sie sich als Kletternde auf der letzten Sprosse der Jakobsleiter?
  • Wie reagierte das Team, als klar war, dass nicht alle Kletternden die letzte Stufe erreichen können bzw. sich auf der letzten Stufe hinsetzen können?
  • Wie haben Sie darüber entschieden, auf welche Weise die Kletterer am besten wieder nach unten kommen sollen?
  • Wie verlief der Abstieg der Kletternden?
  • Wie haben Sie sich als Team gefühlt, als alle Kletterer wieder festen Boden unter den Füßen hatten?
Bezüglich des Transfers sind folgende Fragen an die Teilnehmer hilfreich
    Fragen zum Transfer an die Kletternden

  • Gibt es im beruflichen Alltag Situationen oder Aufgaben, die Sie nur in Zusammenarbeit mit Kollegen bewältigen können? Welche sind das zum Beispiel?
  • Hat Ihnen die Erfahrung beim Hinaufsteigen auf die Jakobsleiter geholfen, um künftig besser mit anderen kooperieren zu können?
  • Inwieweit hilft Ihnen Ihre Erfahrung von der Jakobsleiter anderen zu vertrauen und sich auf sie verlassen zu können?
  • Bei welchen Situationen oder Aufgaben, wünschen Sie sich im Berufsleben eine ähnliche Unterstützung wie die durch die mitkletternden Teammitglieder und durch Ihr Sicherungsteam?
  • Welche Verhaltensweisen des Sicherungsteams haben Ihnen vor allem geholfen und wie können Sie diese Erfahrungen auf Ihren Berufsalltag übertragen?
  • Was können Sie tun, um Ihre positive Erfahrung bei der gemeinsamen erfolgreichen Bewältigung dieses Outdoor Moduls mit in den Alltag zu nehmen und sich daran zu erinnern, wenn es gilt, gemeinsam ein schwieriges Projekt mit anderen zu stemmen?
  • Was werden Sie in Zukunft anders machen?
    Fragen zum Transfer an die Mitglieder des Sicherungsteams

  • Gibt es bei Ihnen im Unternehmen Aufgaben, Situationen oder Projekte, bei denen Ihre Kollegen auf die Unterstützung von Ihnen angewiesen sind?
  • Was sind das für Aufgaben, Situationen oder Projekte?
  • Wie können Sie nach Ihrer Erfahrung im Sicherungsteam der Jakobsleiter Ihre Teamkollegen in Zukunft besser unterstützen?
  • Wie können Sie auch im Berufsleben Kollegen signalisieren, dass diese Ihnen vertrauen können?
  • Was werden Sie nun anders machen?

Technische Informationen

Anforderungen an das Gelände

Aus Sicherheitsgründen muss gewährleistet sein, dass die Kletternden mit einer Top-Rope Sicherung durch das Sicherungsteam geschützt werden. Außerdem ist auf eine mit gute Befestigung der Jakobsleiter zu achten, am besten in Aufhängung zwischen zwei Masten oder Bäumen ohne dass die Kletternden durch Äste behindert werden. Die Masten oder Bäume überragen die Jakobsleiter an beiden Seiten, da über diese auch die Top-Rope-Sicherung läuft. In vielen Hochseilgärten stehen Jakobsleitern als fertig aufgebaute Elemente in verschiedenen Variationen zur Verfügung.

Die Jakobsleiter

Meistens ist die Jakobsleiter an beiden Seiten an Masten oder Bäumen aufgehängt, zwischen denen auch die Top-Rope-Sicherung verläuft. Die einzelnen Sprossen der Jakobsleiter bestehen aus Balken oder dicken Holzstangen, die an beiden Seiten an einem Drahtseil befestigt sind. Die Abstände zwischen den mindestens 5 Sprossen der Jakobsleiter liegen zwischen ca. 1,40 m bis über 2 m. Bei manchen Jakobsleitern vergrößern sich die Abstände zwischen den Balken mit zunehmender Höhe. Dies macht das Klettern auf die nächste Sprosse immer schwieriger. Einige Jakobsleitern enden auf einer Plattform, während bei anderen oberhalb des letzten Balkens lediglich ein herunterhängendes Seil mit einem Knoten am Ende zum Festhalten beim Klettern auf den letzen Balken hilft. Jakobsleitern können auch in ihrer Gesamthöhe variieren zwischen ca. 7 m und 15 m.

Benötigtes Material

Klettergurte, Helme und Sicherungsseile werden in der Regel vom Hochseilgarten oder Erlebnisparcours gestellt, in dem die Jakobsleiter als Kletterelement aufgebaut ist. Die Sicherheitseinweisung sollte ebenfalls durch die entsprechend geschulten Trainer erfolgen.

Teilnehmerzahl

8 – 12 Teilnehmer. Die Mindestteilnehmerzahl richtet sich nach der Anzahl der Kletternden: Die Jakobsleiter kann von zwei oder von drei Kletternden gemeinsam erklommen werden. Jeder von ihnen sollte von drei Personen gesichert sein.

Anforderungen an die Teilnehmer

Physisch: mittel
Mental: mittel

Zeitbedarf

Der Zeitbedarf ist abhängig vom Schwierigkeitsgrad der Jakobsleiter und von der Konstitution der Teilnehmer. Bitte denken Sie als Outdoor Trainer auch daran, Zeit für die Einweisung der Sicherungsteams einzuplanen.

Einige Variationen des Outdoor Moduls Jakobsleiter

Einige Beispiele von Variationen werden im Folgenden genannt:

1. Wenn die Jakobsleiter nicht an einer Plattform endet und wie oben beschrieben, oberhalb des letzten Balkens ein Seil zum Festhalten herabhängt, können Sie als Outdoor Trainer den Schwierigkeitsgrad der Übung wie folgt steigern: Die Kletternden haben die Aufgabe, sich auf dem letzten Balken nicht nur hinzusetzen, sondern sich darauf zu stellen. Sie können sich dabei an dem herabhängenden Seil zum gewissen Grad festhalten und müssen sich auch gegenseitig fest halten und Halt geben. Die Entscheidung für die Wahl dieser Variation oder der oben beschriebenen (Sitzen auf dem letzten Balken) sollten Sie als Outdoor Trainer jedoch in die Hand des Teams selbst legen.

 

Zusätzliche Lernziele

  • Bereitschaft zum Risiko
  • Umgang mit schwierigen Situationen
  • engere Zusammenarbeit zwischen den Kletternden

 

2. Bei größeren Gruppen können auch mehrere Kletterteams gebildet werden. Jedes Kletterteam erhält die Vorgabe, in möglichst kurzer Zeit die Jakobsleiter heraufzuklettern. Das Team, das in der kürzesten Zeit auf der letzten Sprosse sitzt, hat gewonnen.

 

Zusätzliches Lernziel

  • Konzentrationsfähigkeit unter Zeitdruck

 

3. Als Variation bei größeren Gruppen und bei einer Jakobsleiter mit zunehmenden Abständen zwischen den Sprossen gibt es auch die Möglichkeit, dass mehrere Teams miteinander darin konkurrieren, wie weit sie es schaffen die Jakobsleiter hinaufzuklettern.

 

Zusätzliches Lernziel

  • Zielorientierung

 

Wenn Sie sich mit einem Outdoor Experten über Outdoor Module wie die Jakobsleiter austauschen möchten, nehmen Sie bitte einfach Kontakt zu uns auf.